Viele Menschen lernen jahrelang Englisch, doch im echten Berufsumfeld – in Meetings, E-Mails oder Telefonaten – haben sie das Gefühl, weder den Ton noch die Wendungen zu verstehen. Das Problem ist nicht die Sprache selbst, sondern die Art von Englisch, die im Unternehmenskontext verwendet wird.
In diesem Beitrag analysieren wir, wie dieses Englisch klingt in Der Teufel trägt Prada und was Sie aus dem Film für Ihren Arbeitsalltag mitnehmen können.
Business-Englisch im Film: realer, als es scheint
Obwohl es sich um einen Spielfilm handelt, Der Teufel trägt Prada zeichnet ein recht treffendes Bild der Sprache in anspruchsvollen Arbeitsumgebungen, besonders in Branchen wie Mode, Marketing oder Kommunikation.
Die Figur Miranda Priestly spricht ein direktes, präzises und mitunter schneidendes Englisch. Keine überflüssigen Sätze, keine langen Erklärungen. Darin zeigt sich ein Kernmerkmal des Business-Englisch: Effizienz.
Statt zum Beispiel zu sagen:
“I need you to do this task as soon as possible”,
werden kürzere Formeln verwendet wie:
“Get it done.”
Auf Lernende kann diese Sprache schroff wirken, in Situationen unter hohem Druck ist sie jedoch üblich.

Zentrale Wendungen des Berufsenglisch aus dem Film
Eine der wichtigsten Lehren des Films liegt im funktionalen Wortschatz. Es geht nicht nur um Wörter, sondern um ihren Gebrauch.
Anweisungen direkt geben
Im Unternehmensumfeld sind Anweisungen meist klar und ohne Umschweife:
- “I want the list by 5.”
- “Have it ready on my desk.”
- “Make it happen.”
Diese Strukturen vermeiden Mehrdeutigkeit. Für Interpretationen bleibt kein Raum – entscheidend bei engen Deadlines.
Prioritäten steuern
Ein weiterer Kernpunkt ist der Umgang mit Zeit und Prioritäten:
- “This is urgent.”
- “This comes first.”
- “Drop everything else.”
Im Film fallen solche Sätze ständig und zeigen, wie Aufgaben nach Wichtigkeit neu geordnet werden.
Implizite Kommunikation
Einer der schwierigsten Teile des Business-Englisch ist das, was nicht direkt gesagt wird.
Wenn Miranda sagt:
“That’s all.”
beendet sie damit das Gespräch, ohne Raum für eine Erwiderung zu lassen.
Und wenn sie anmerkt:
“Interesting choice.”
kann das eher Kritik als Lob bedeuten.
Diese Nuancen zu deuten, ist im beruflichen Umfeld entscheidend.
Der Ton: Formalität, Hierarchie und Kontext
Berufliches Englisch hängt nicht nur von den Wörtern ab, sondern vom Ton. In Der Teufel trägt Prada sieht man deutlich, wie er sich mit der Rolle jeder Figur verändert.
Andy verwendet zu Beginn eine unsichere, erklärende Sprache:
“I was just wondering if…”
Miranda dagegen lässt keinen Zweifel aufkommen:
“Do it.”
Darin zeigt sich eine sehr ausgeprägte Hierarchie. In realen Unternehmen variiert der Ton ebenfalls nach Position, Unternehmenskultur und Kontext.
Wer das versteht, vermeidet typische Fehler – etwa zu informell zu klingen, wo Präzision oder Autorität gefragt sind.

Was Sie für Ihren Arbeitsalltag lernen können
Über die Unterhaltung hinaus ist dieser Film ein nützliches Werkzeug, um Englisch im Arbeitskontext besser zu verstehen.
1. Über die Wörter hinaus zuhören
Achten Sie auf die Absicht hinter jedem Satz. Die eigentliche Bedeutung liegt oft im Ton, nicht im Wortschatz.
2. Praktische Strukturen übernehmen
Statt Wortlisten auswendig zu lernen, lohnt es sich, ganze Wendungen zu übernehmen:
- “I’ll take care of it.”
- “Let me check and get back to you.”
- “We need to move quickly on this.”
Diese Formeln lassen sich in vielen Arbeitssituationen wiederverwenden.
3. Sich dem Kontext anpassen
Mit einer Kundin zu sprechen ist etwas anderes als mit einem Kollegen. Business-Englisch verlangt Flexibilität und Gespür für die Situation.
Wenn Sie diese Art der Kommunikation verbessern möchten, empfehlen wir Ihnen diesen Beitrag darüber, wie Sie professionelle E-Mails auf Englisch korrekt schreiben
Warum ist Kino ein nützliches Werkzeug für Berufsenglisch?
Der Film bietet, was Lehrbücher nicht immer leisten: Kontext.
In Der Teufel trägt Pradahören Sie nicht nur Englisch, sondern verstehen, warum es auf eine bestimmte Weise eingesetzt wird. Sie sehen die Reaktionen, die Körpersprache und die Folgen jeder Interaktion.
Das erleichtert es:
- Das Listening in realen Situationen zu verbessern
- Natürliche Wendungen zu lernen
- Arbeitsdynamiken auf Englisch zu verstehen
Zudem erleben Sie unterschiedliche Register, vom lockeren Gespräch bis zum Meeting auf höchster Ebene.
Häufige Fehler beim Nachahmen dieses Englisch
So lehrreich der Film ist: Den Stil ungefiltert zu kopieren, sollten Sie vermeiden.
Einer der häufigsten Fehler ist, zu schroff zu klingen. Sätze wie „Do it now“ mögen korrekt sein, sind aber nicht immer angemessen.
In vielen Arbeitsumfeldern wird die Botschaft abgemildert:
- “Could you handle this today?”
- “Can we prioritize this?”
Entscheidend ist die Balance zwischen Klarheit und Höflichkeit.
Häufige Fragen
Ja, vor allem in anspruchsvollen Branchen. Trotz Dramatisierung spiegelt der Film die direkte, ergebnisorientierte Kommunikation im Unternehmensumfeld gut wider.
Filme helfen sehr, sollten aber durch aktive Übung, Sprachtraining und reale Situationen ergänzt werden.
Ein mittleres Niveau (B1-B2) reicht für die Handlung, für Nuancen und Tonfall empfiehlt sich jedoch B2 oder höher.
Business-Englisch ist nicht kompliziert, aber anders. Der Teufel trägt Prada zeigt, wie es in der Praxis funktioniert: direkt, effizient und voller Zwischentöne.
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