Die gängigen Abkürzungen in englischen Rechtsverträgen zu verstehen, ist für alle unerlässlich, die international arbeiten. Diese Abkürzungen stehen häufig für komplexe juristische Begriffe und Konzepte. Sie erleichtern das Verfassen und Lesen von Rechtsdokumenten, können aber zum Hindernis werden, wenn man sie falsch versteht. Eine Fehldeutung führt schnell zu erheblichen Missverständnissen und im schlimmsten Fall zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten.
Genauigkeit beim Übersetzen von Rechtsdokumenten ist entscheidend. Ein kleiner Fehler oder eine falsch verstandene Abkürzung kann die Bedeutung einer Vertragsklausel vollständig verändern. So wurde 1945 bei den Verhandlungen zum Vertrag von San Francisco das japanische Wort “mokusatsu” fälschlich mit “ignorieren” statt mit “sich eines Kommentars enthalten” übersetzt, was einen diplomatischen Konflikt zwischen China und Japan auslöste.
Ein weiterer bekannter Fall ist ein internationaler Handelsvertrag zwischen Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und Mexiko, in dem die Wendung “actual damages” fälschlich mit “daños actuales” (gegenwärtige Schäden) statt mit “daños efectivos” (tatsächlich eingetretene Schäden) übersetzt wurde. Das führte wegen Missverständnissen über die Entschädigung zu einem Rechtsstreit über mehrere Millionen US-Dollar. Quelle: spanishofficialtranslations.com
Im Folgenden finden Sie zehn häufige Fachabkürzungen aus englischen Rechtsverträgen mit ihrer Bedeutung, einer Erläuterung und Beispielsätzen.
EOD (End of Day) – Geschäftsschluss

Diese Abkürzung wird in Finanz- und Handelsverträgen verwendet, um Liefer- oder Fälligkeitsfristen anzugeben. Eine ausführlichere Erläuterung finden Sie im Rechtswörterbuch von Law.com.
Beispiel:
- The payment must be made before EOD on April 15th.
BOE (Bill of Exchange) – Wechsel
Ein BOE ist ein Finanzdokument, das die Zahlung eines Geldbetrags zu einem bestimmten Termin anweist. Vertiefen können Sie diesen Begriff im Rechtswörterbuch von Merriam-Webster.
Beispiel:
- The seller presented a BOE as a payment guarantee.
PIK (Payment in Kind) – Sachleistung
PIK bezeichnet eine Vereinbarung, bei der eine Partei statt Geld eine Vergütung in Waren oder Dienstleistungen erhält. Mehr Informationen finden Sie bei The Law Dictionary.
Beispiel:
- The company agreed on a PIK instead of a cash payment.
RFP (Request for Proposal) – Angebotsaufforderung
Ein RFP dient dazu, Anbieter zur Abgabe förmlicher Angebote für einen Auftrag einzuladen. Nähere Einzelheiten finden Sie im Rechtswörterbuch von Law.com.
Beispiel:
- The company issued an RFP to hire a new software provider.
E&O (Errors and Omissions) – Fehler und Auslassungen
Eine E&O-Klausel schützt die Parteien vor der Haftung für Fehler in Vertragsunterlagen. Eine ausführlichere Erläuterung finden Sie im Rechtswörterbuch von Merriam-Webster.
Beispiel:
- The company secured its contract with an E&O clause.
AOR (Assignment of Rights) – Rechteübertragung
Ein AOR ermöglicht die Übertragung vertraglicher Rechte auf eine andere Partei. Vertiefen können Sie diesen Begriff bei The Law Dictionary.
Beispiel:
- The company signed an AOR to transfer contract rights.
NPV (Net Present Value) – Kapitalwert
Der NPV dient dazu, die Rentabilität eines Vertrags oder einer Investition über die Zeit zu bewerten. Mehr Informationen finden Sie im Rechtswörterbuch von Law.com.
Beispiel:
- We calculated the NPV of the contract before signing it.
COGS (Cost of Goods Sold) – Herstellungskosten des Umsatzes
COGS bezeichnet die direkten Kosten für die Herstellung der von einem Unternehmen verkauften Güter. Nähere Einzelheiten finden Sie im Rechtswörterbuch von Merriam-Webster.
Beispiel:
- The contract terms specified the COGS to be covered.
FMV (Fair Market Value) – angemessener Marktwert
FMV wird in Kaufverträgen verwendet, um einen fairen Preis zu bestimmen. Eine ausführlichere Erläuterung finden Sie bei The Law Dictionary.
Beispiel:
- The contract states that the property will be sold at FMV.
WACC (Weighted Average Cost of Capital) – gewichteter durchschnittlicher Kapitalkostensatz
WACC ist eine finanzielle Kennzahl, die in Investitions- und Finanzierungsverträgen verwendet wird. Vertiefen können Sie diesen Begriff im Rechtswörterbuch von Law.com.
Beispiel:
- The investor considered the WACC before closing the deal.
Juristinnen und Juristen sowie spezialisierte Rechtsübersetzerinnen und -übersetzer sollten diese Abkürzungen unbedingt kennen, um Genauigkeit bei der Auslegung und Übersetzung von Rechtsdokumenten zu sichern.
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Häufige Fragen zu Abkürzungen im juristischen Englisch
Eine Abkürzung ist die Kurzform eines Wortes oder einer Wendung (zum Beispiel ‘Ltd.’ für Limited), während ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter gebildet und wie ein einzelnes Wort ausgesprochen wird (zum Beispiel ‘NDA’ für Non-Disclosure Agreement).
Sie können englische Rechtswörterbücher heranziehen, das Glossar des Vertrags prüfen (sofern vorhanden) oder sich an eine Anwältin, einen Anwalt oder eine auf internationale Rechtsdokumente spezialisierte Übersetzungskraft wenden.
Abkürzungen verdichten komplexe Rechtsbegriffe und erleichtern das Verfassen und Lesen von Verträgen. Eine Fehldeutung kann jedoch zu Missverständnissen und möglichen Rechtsstreitigkeiten führen.
Nicht unbedingt. Manche unterscheiden sich je nach Rechtsordnung oder der Rechtspraxis eines Landes. Entscheidend ist, den Kontext zu verstehen und lokale Fachleute hinzuzuziehen.
Kurse in juristischem Englisch, spezialisierte Glossare und ein aktueller Überblick über die geltende Rechtsterminologie helfen dabei erheblich.




